Eine doch ziemlich große “Bescherung” sollte nach meiner karfreitäglichen Frühschicht bei meinem Schwesterlein stattfinden, denn meine neue Brille wartete dort darauf, sich auf meine Nase setzen zu können. So war es aufgrund des Feiertages naheliegend, mich zu Kaffee und “Osterlamm-Kuchen” einzuladen und dabei dann auch gleich mein anderes “Geschenk” (die neue Kamera) zu zeigen
. Dies war nun wiederum der Grund für meinen Aufnahmeversuch von heute um ca. 4.20 Uhr auf dem Parkplatz vor unserem Firmengebäude. Wie man sieht muss ich mit der Kamera noch mächtig üben. Vor allem dann, wenn ich nicht über den Bildschirm knipse – da verwackle ich irgendwie immer…
Kein “Geschenk” in Form des Glückes war es heute Morgen aber, den ersten Parkplatz ergattert zu haben. Ich hätte um die Zeit jeden haben können
. Normal für einen Freitag eigentlich. Ein “normaler” Freitag eben, alles im grünen Bereich, also umziehen, Käffken schlürfen und schonmal viertel vor Fünf rein, denn gegen Fünf würde der erste LKw kommen, und ich wollte schonmal die Verladung vorbereiten – wie immer freitags in der Frühe…
Beim Eintreffen in unserer Halle steuerte ich – wie immer freitags Morgens – auf unsere Stellfläche für die zu versendenden Waren zu und schon von Weitem kam mir irgendwas komisch vor. Da stehen ja Kundenpaletten, die da freitags nie stehen… Also ab ins Büro, wo mich schon die Osterhasen angrinsten. “Ach ja, ist ja kein normaler Freitag,” dachte ich so bei mir, nachdem auch die “Routineblicke” keine einschlägigen Belege erblicken konnten. Computer an und gucken, was los ist.
Nix war los, alles war in bester Ordnung. Allerdings hätte es gereicht, wenn ich erst um Sechs angefangen hätte… Hätte ich ja gewusst, wenn ich informiert gewesen wäre… Aber egal. Ich fand mich mit einer “einsamen” Frühschicht ab (mir war klar, dass da höchstens später noch der ein oder andere Kollege zu versetzten Zeiten kommen würde) und begann, die nachzukommissionierenden Belege abzuarbeiten. Die hatte ich mir schon schön der Reihe nach sortiert, immer noch in der Annahme, heute den “Einzelkämpfer” zu spielen (nach den “Hammer”-Tagen zuvor hätte ich wirklich nicht damit gerechnet, dass es so ruhig sein würde).
Die Osterhasen bescherten mir flugs ein “mentales” Problem. Echt jetzt, wirklich. Denn eigentlich habe ich es immer geschafft, Osterhase und Nikolaus insofern nicht miteinander in Konflikt raten zu lassen, dass ich den jeweiligen Vorgänger vor dem Eintreffen des Nachfolgers fachgerecht vertilgt habe. Mir wurde mein Versagen in dem Moment bewusst. Klar, ich hätte den Osterhasen meinem Schwesterlein schenken können (macht sich nix aus sowas…), aber ich wollte mich dieser Krise stellen. “Scheibenkleister, das wird aber heftig lecker und süß,” suggerierte ich mir. Immerhin ist der Vergleich beiden Protagonisten eindeutig: Das sind zwei eigenständige Figuren, denen man nicht mal “so eben” das Stanniolkleid austauschen kann… Bis jetzt vertragen sich die zwei auch noch, im Kühlschrank herrscht Ruhe. Aber ich habe da eine Idee
…
Nach Feierabend ging es dann aber in Richtung Anrath. Auf meiner “uralten” Strecke, die so gar nicht mehr die “alte” ist im Laufe der Jahre
. Aber den günstigen Sprit (3 bis 4 oder 5 Cent günstiger als hier) nahm ich ebenso mit wie die Tüte Äpfel vom Feld nebenan. Die Brille, also das Gestell an sich, passte ja, das Ding hatte ich ja hier in Goch bereits auf der Nase. Aber mein Schwesterlein wollte nun dringenst eine Erfolgskontrolle. “Was soll schon passieren bei diesen ‘Gläsern’?” fragte ich noch grinsend, war aber natürlich selber gespannt wie ein Flitzebogen…
Zwar bin ich bislang nicht “blind wie eine Natter” durch die Gegend gelaufen, aber der Unterschied war enorm. Die Gleitsicht”gläser” bargen kein Umstellungsrisiko in sich, aber ich habe sofort gemerkt, dass da nun andere Stärken am Werk sind. Die “alte” Brille wird jetzt als Beifahrer im Handschuhfach ihren neuen Bestimmungsort haben.
Ein herzliches Dankeschön gilt natürlich meinem Schwesterlein mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Hoya Lens Deutschland GmbH.


