Wie kann man einen Vorsitzenden dermaßen demontieren? Ich rede von keinem geringeren als Franz Müntefering, Vorsitzender der SPD und designierter Arbeitsminister und Vizekanzler, der gerade in einer möglichen großen Koalition auch die Partei braucht und an dieser Schnittstelle den Posten des SPD-Generalsekretärs mit der Person besetzen möchte, mit der er schon seit zig Jahren eng und vertraut zusammenarbeitet.
Ich bin ja hier in meinem persönlichen, privaten Blog, also kann ich auch meine Meinung sagen – ohne Rücksicht. Wir können jetzt keine gebrauchen, die in jedes noch so mehr oder weniger wichtige Mikrofon plärrt.
Lautsprecherin Nahles ist bei mir seit dem Moment ein recht rotes Tuch, seitdem sie sich mal in der Presse dahingehend geäußert hat, sich eine Zusammenarbeit mit der (damals noch) PDS auf Bundesebene vorstellen zu können. Ich schickte ihr daraufhin eine gepfefferte Mail, in der sie mir in etwa antwortete, dass das so nicht gesagt und gemeint gewesen wäre. Aber die Schnauze hat die Nahles aufgerissen, sonst schreibt es die Rheinische Post nicht.
Nach dem von ihr mitinitierten Mitgliederbegehren, was der SPD und Bundeskanzler Gerhard Schröder schweren Schaden zugefügt hat, hat sie nun das Meisterstück gemacht, indem sie gegen Kajo Wasserhövel, den Münte gerne als Generalsekretär gehabt hätte, in eine Kampfabstimmung gegangen ist.
Keine Frage: Die SPD ist eine demokratische Partei. Aber ist es demokratisch fair, den Vorsitzenden in der jetzigen Situation und in dieser Art und Weise im Parteivorstand abzustrafen, indem man seinen personellen Vorschlag mit 14:23 Stimmen regelrecht an die Wand klatscht?
Mit dem Ergebnis, dass auch Münte sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung stellen wird.
Dieser Vorstand, der da in Karlsruhe gewählt werden wird, ist nicht mehr mein Vorstand. Weil diese Art und Weise einfach nicht akzeptabel war und ist. Zudem befürchte ich mit Nahles eine erhebliche Annäherung zu einer Gruppierung, mit der ich nicht unter einem Dach auf Bundesebene verbandelt sein will und kann.
Meine Vorstandsarbeit vor Ort wird das schon tangieren, denn ich werde mich wohl nicht mehr wiederwählen lassen. Im Falle einer bundesweiten Zusammenarbeit mit den SED-Nachfolgern werde ich wohl verbittert mein Parteibuch zurückzugeben haben, denn ich will mein Gesicht meinen Freunden in Dresden und meiner Familie gegenüber wahren können. Zum Parteieintritt bekam ich damals übrigens ein Buch über Willy Brandt dazu…
Kajo, es tut mir unsäglich leid, was da heute passiert ist. Ich habe mich nicht nur für, sondern auch auf Dich als unser “General” gefreut.
Nahles, dummes Gelaber erzeugt Kritik. Auch von den eigenen Leuten!
Münte, ich danke Dir für Deinen unermüdlichen Einsatz für die Partei! Bis an die Grenze der Belastbarkeit bist Du gegangen und darüber hinaus, wie wir ja alle sehen konnten. Du fehlst mir schon jetzt!



31 Okt 2005
WebSozisBlog
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Und was jetzt – Große Koalition in Gefahr?
Frau Nahles zur neuen Generalsekretärin gewählt und Herr Müntefering verkündet, daß er beim Parteitag der SPD im November in Karlsruhe nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren wird.
…
31 Okt 2005
alexander-sempf.net
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Ist das noch meine Partei?
Die Überschrift könnte auch lauten: “Wie Nahles und andere die Partei demontieren”
Andrea Nahles hat es geschafft – sie hat es geschafft den Vorsitzenden der SPD und die gesamte Partei zu demontieren und der Lächerlichkeit preiszugeben. A…
03 Nov 2005
alexander-sempf.net
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Der Tag 1 nach Müntefering
Die Wut von gestern ist ein wenig zurückgegangen (dementsprechend mein Sprachgebrauch auch, der, entschuldigt bitte, etwas heftig war) – das Entsetzen und die Trauer nicht. Und so recht glaube will ich immer noch nicht daran…
Sicher, es wird mal …
23 Mai 2006
Pottblog
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Das ist nicht meine Partei!
Danke Nahles! (* und **)
* = Das Genossen-Du entfällt ab sofort für diese Person.
** = Da ich für die Gleichberechtigung bin schreibe ich nie z.B. “Frau Merkel” sondern stets nur den Nachnamen, denn da heißt es ja auch “Schröder…