Liebe Genossin Dagmar Freitag MdB,
ich hoffe, dass es Dir besser geht als Deiner Homepage. Noch mehr hoffe ich aber, dass Du Dich – wie übrigens so manch andere Abgeordnete aller Parteien – im diesjährigen Sommerloch, das seine Schatten bereits vorauszuwerfen scheint, durch Erholung hervortust und nicht meinst, ebendieses Sommerloch durch vollkommen unnütze Pressemitteilungen auszufüllen.
Mit Verlaub, aber wie bescheuert kann man denn eigentlich sein um von einem “Mythos” Radsport zu sprechen? Als ob erst seit diesen Tagen und vor allem heute klar wäre, dass (u. A.) im Profiradsport gedopt, also hochgradig gepfuscht und betrogen wird?
Oder hat das unserer Bundestagsfraktion der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer so diktiert? Könnte aufgrund der langen Reaktionszeit tatsächlich so sein
…
Von der sportpolitischen Sprecherin meiner Bundestagsfraktion erwarte ich aber keine derartige Blauäugigkeit, sondern dass sie informiert ist. Insofern sollte man im Rahmen der Umstrukturierung unserer Parteispitze ruhig auch einmal in der Fraktion darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre, die eine oder andere Position umzubesetzen.
Erschreckende Doping-Details zerstören den Mythos Radsport
AG Sport
Zu den Doping-Enthüllungen ehemaliger Team-Telekom-Radprofis erklärt die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Freitag:Der Beweis scheint erbracht: Doping im Radsport gab und gibt es flächendeckend. Die damaligen Telekom-Fahrer Rolf Aldag, Erik Zabel und Udo Bölts, die in den 90er Jahren im magentafarbenen Trikot zu Helden des deutschen Radsports aufgestiegen waren, haben endlich den Mantel des Schweigens abgelegt und Doping gestanden, wenn auch ausschließlich für Zeitpunkte und -räume, die mittlerweile der Verjährung unterliegen.
Ernüchternd die Kapitulation vor der Macht des Dopingnetzwerkes: Der Sport – und nicht nur der Radsport – kann, entgegen immer wieder aus dem organisierten Sport geäußerten Behauptungen, das Problem nicht allein lösen.
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung des Doping ist ein erster, lange überfälliger Schritt zu einer effektiveren Bekämpfung von Doping. Sollte sich aufgrund möglicher weiterer Enthüllungen herausstellen, dass die jetzt vorgesehenen Maßnahmen nicht weit genug gehen, werden wir die Initiative zu weiteren gesetzlichen Regelungen ergreifen.
Wer sich konstruktiv an der Aufklärung von Dopingfällen beteiligt, sollte die Chance auf Strafmilderung haben. Die Forderung nach einer generellen Straffreiheit für aussagewillige Doper geht hingegen zu weit.
Alle am Spitzensport Beteiligten müssen endlich ihrer moralischen Verpflichtung nachkommen und ihren finanziellen Beitrag zu einer funktionsfähigen Nationalen Anti Doping Agentur leisten. Nur dann kann sie die Arbeit leisten, die wir einfordern.
(Quelle: SPD-Bundestagsfraktion)


