Nachdem es zwischenzeitlich danach ausgesehen hatte, dass ausgerechnet dieses Wochenende für mich kein Urlaub möglich schien, konnte ich letztlich doch durchstarten
. Im Gegensatz zum letzten Jahr verteilten sich die knapp 1.640 Kilometer diesmal “nur” auf das Wochende von Freitag bis Sonntag. So ganz nebenbei sei noch ein Blick auf die Gesamtfahrleistung meines A3 gerichtet… Muss ich also demnächst aufpassen, wann der Wechsel in den sechstelligen Bereich vollzogen wird
.
Aber ungeachtet der doch knappen Zeit war es wieder ein tolles Wochenende, welches ich unter keinen Umständen missen und über das ich – wie immer – kurz berichten möchte.
Hinfahrt – Ätzend wie schon lange nicht mehr
Mit einer Fahrzeit von ca. achteinhalb Stunden konnte ich nicht wirklich rechnen, als ich planmäßig um 10 Uhr in Goch losfuhr. Es war mitunter schon nervig, wobei dies auch hauptsächlich auf meine “Begleiterin” im Navigationsgerät zurückzuführen war. Diese dämliche Tusnelda bekommt aber noch einen eigenen Reiseberichtsabschnitt…
Eigentlich waren keine Staus angesagt, wie mir vor der Abfahrt ein Blick ins Internet zeigte. Baustellen zwar, aber eben wohl mit flüssigem Verkehrsfluss. Vergiss es, dachte ich mir dann auch, als ich auf der A2 erstmals stand. Mit dem fest eingeplanten Stau bei Bad Eilsen war mir schon klar, dass es heute wohl noch öfters zum “Parken” auf der Autobahn kommen sollte. Umso größer war die Überraschung, als ich genau dort durchkam wie durch Butter, aber eben nicht durch Wolfsburg/Königslutter, um diesen dämlichen Reim hier unterzubringen…
Nun ist es ja so, dass ich traditionell erst hinter Braunschweig Ost den Autohof Lehre aufsuche zum Nachtanken. Das reicht normalerweise auch für die Pinkelpause, aber diesen Freitag musste ich schon in Herford dringend runter von der Autobahn… Und Kohldampf hatte ich auch. Im Rasthof gab es zwar schön belegte Brötchen, aber ich wollte/brauchte schöne weiche Sandwiches
… Bekam ich in der Tankstelle und weiter im Text.
Letztlich ging es ab “Grenzübergang Marienborn”
recht prima weiter. Ein angekündigter Unfallstau zwischen Brandenburg und Wollin juckte mich nicht, denn es tat sich auf der Gegenfahrbahn nix, die A2 war gesperrt und wir hatten den Stinkefinger im Sinn irgendwie
. Aber zu früh freuen ist nicht, dachte ich mir noch so. Vor dem Schönefelder Kreuz sollte ich leider Recht behalten, denn ich stand schon wieder baustellenbedingt. Und in der Baustelle auch noch ein Auffahrunfall – na prima…
Erst ab Dreieck Spreewald, als sich die einen auf die A13 Richtung Dresden machten (nene, noch nicht mein Ziel) und unsereins endlich – ca. 120 Kilometer vor Forst – die A15 erreichte, wurde der Verkehr deutlich weniger und die Autobahn freier. Ich hatte nun die Hoffnung, es bis 19 Uhr zum Zielort zu schaffen. Schlappe zwei/zweieinhalb Stunden später als sonst.
Endlich bei Webers in Naundorf
Irgendwie ist es bei dem einen Bierchen da draußen, wo man ja auch rauchen darf
, nicht geblieben, so dass uns Frau Weber irgendwann mal hineinkomplementieren musste, denn schließlich war das Buffet schon gerichtet. Was folgte war natürlich die Begrüßung der anderen (Elke hatte ich auch schon auf der Terasse – mit Uwes Einverständnis
– umarmen dürfen), wobei sich ein großer Teil gerade auf der anderen Terasse befand – rauchend.
Wie immer ging es dann zügig zur Auslosung der beiden Kegelteams. Das Los wollte es witziger Weise, dass Uwe und ich jeweils gegeneinander anzutreten hatten. Am Schluss war es dann aber wie immer: “Cheffe” Wolfgang lag schlappe 3 Holz (163:160) vor mir in der Einzelendabrechnung. Immerhin habe ich also meinen zweiten Platz verteidigen können. Und das als (diesmal ausnahmsweise) einziger Wessi
.
Traditionell war ich natürlich wieder beim samstäglichen Frühstück der letzte… Während Elke und Uwe eine Spaziergang mit dem Enkelkind unternahmen und wir uns später dann noch voneinander verabschieden konnten war der Rest der Truppe schon wieder unterwegs nach Hause. Nachdem ich die obligatorischen Schnitzel in Alufolie gepackt hatte durfte ich dann meine Rechnung bezahlen und machte mich auf den Weg über die Dörfer nach Dresden. Tschö Naundorf bis zum 28. Mai 2010
.
Unterwegs auf herrlichen Landstraßen
Am Samstag Vormittag tröpfelte es ein wenig, aber die Sonne sollte eigentlich herauskommen. Wechselhaft blieb es aber, wobei das schöne Wetter sich durchsetzte je länger ich unterwegs war. Ich nehme Euch jetzt einfach mal ein Stückchen mit auf die Strecke, die ich jedes Jahr fahre. Und auf der ich schon unterwegs war, als noch überhaupt kein Gedanke verschwendet werden konnte/durfte, dass wir in diesem Jahr nicht nur 60 Jahre Bundesrepublik, sondern auch 20 Jahre Wiedervereinigung feiern würden
.
Zufällig war es nun auch noch so, dass ich ziemlich alleine unterwegs war. Kurios, aber war tatsächlich so. Das gab mir die Gelegenheit, während der Fahrt ein paar Schnappschüsse mit der Handykamera zu machen. Qualitativ sind diese natürlich nicht der Hit, aber eben auch einfach mal ein diesbezügliches Experiment.
Es zeigt ganz gut, dass es sich wirklich lohnt, sich auf den Wegen abseits der schnelleren Umgehungsstraßen oder Autobahnen zu bewegen. Teile dieser Strecke – es gibt da einige typische Alleen – stehen berechtigter Weise unter Naturdenkmalschutz. Ich kann mir natürlich sehr gut vorstellen, dass dieser Umstand nicht immer nur positive Auswirkungen auf die Leute vor Ort hat, aber für mich als schnöder Tourist ist es immer wieder eine Freude, auf dieser Route unterwegs zu sein.
So ist es eben faktisch auch dazu gekommen, dass ich quasi über Jahrzehnte hinweg die Entwicklungen auf, an und neben dieser Strecke “live” verfolgen konnte. Natürlich gibt es keine Bilder von der Mauer der russischen Kaserne und der dahinter zerfallenen Unterkunftsgebäude, die schon zu DDR-Zeiten in einem jämmerlichen Zustand waren, wie man gut erkennen konnte.
Fotoapparat? Der blieb mal schön unten. Hätte sich nicht besonders gut gemacht, wenn die “Herren”, die uns über etliche Kilometer auf dem Ausflugsheimweg nach Dresden verfolgten, dies mitbekommen hätten… Es konnte nur darum gehen, diesen Streckenabschnitt möglichst zügig hinter sich zu lassen und außerdem sicherheitshalber auch auf dumme Kommentare zu verzichten. Warum? Weil wir uns sicher waren, dass Richtmikrofone unsere Fahrt begleiteten beispielsweise?
Von der Trostlosigkeit, die die Braunkohleregion seinerzeit widerspiegelte, ist heute natürlich nicht mehr sehr viel zu sehen. Die Wolken, die das Kraftwerk des ehemaligen Braunkohlekombinates Schwarze Pumpe (heute Vattenfall) verlassen, sahen damals gaaanz anders aus… Umweltschutz war ja bekanntlich damals dort ein Fremdwort. Allerdings bestand diese Umwelt – böse ausgedrückt – ja auch überwiegend aus Baggerlöchern…
Aber das ist hier ja nicht das Thema, soll aber verdeutlichen, wie viel sich im positiven Sinne diesbezüglich verändert hat. Es macht jedenfalls immer wieder Spaß, diese Reiseroute zu nehmen und es völlig entspannt “laufen” zu lassen
.
Einfahrt in Dresden
Immer wieder eine Freude ist es aber dann, wenn ich endlich Dresden erreicht habe. Erste Vorboten sind natürlich die Straßenbahnen, die einem nicht erst wie hier in Klotzsche begegnen. Spätestens ab jetzt gilt die Konzentration stärker dem Verkehrsgeschehen, wobei dies auch bei meiner Einfahrt in Dresden äußerst ruhig war und mir somit Gelegenheit gab, ein paar Impressionen aus dem Auto heraus festzuhalten.
Zwischen Klotzsche und der Schauburg klingelte dann auch mein Handy. Bernd informierte mich, dass er gleich zu Hause sein würde und war völlig überrascht, dass ich auch schon in Dresden unterwegs war
. In wenigen Minuten würde ich vor Ort sein.
Auf mein Navigationsgerät habe ich wieder nix gegeben, denn die Tusnelda hat von Dresden und meinem Weg so viel Ahnung wie ein Igel vom Stabhochsprung, bekommt dafür aber noch eine eigene “Würdigung”… Naja, Frauen am Steuer bzw. in der Nähe dessen
…
Dieser Blick entschädigt dafür. Die Yenidze in voller Pracht ist untrügliches Zeichen dafür, dass ich selbstverständlich auf dem richtigen Weg bin. Nur halte ich mich ab da an der Ausschilderung der “Gläsernen Manufaktur”. Jetzt wusste ich zwar, dass “meine” Borussia in Düsseldorf gegen Vizekusen ein wichtiges Bundesligaspiel spielen würde, aber nicht, dass im Dresdner Rudolf-Habig-Stadion in der 3. Liga Dynamo gegen Regensburg spielen würde. War mir natürlich umso klarer, je dichter ich mich meinem Ziel näherte, denn die Dynamo-Fans waren ebenso wenig zu übersehen wie die netten Damen und Herren in ihren grün-weißen Autos
.
Und links von mir zog die Baustelle des neuen Stadions vorüber. Irre, wie sich das in diesem einem Jahr entwickelt hatte… Wenn ich bedenke, dass ich vor Jahren (genauer: am 15. September 1984) da noch für 75 Pfennig einem Oberliga-Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt beigewohnt hatte… Jetzt bleibt noch zu hoffen, dass es sowohl sportlich, als auch wirtschaftlich etwas nutzt. Und es bei wirklichen Fans bleibt.
Sie haben Ihr Ziel erreicht
Nun ja, das wusste ich dann auch selbst, dazu brauchte ich die Navi-Tussi nicht… Bernd kam runter, so dass wir uns erstmal herzlich auf dem Bürgersteig begrüßten
. Dann wurde sogleich die Kiste Diebels in den Keller verfrachtet. Natürlich hatte ich “Latschen” mit, so dass wir sogleich zum formellen Begrüßungsteil mit Radeberger und Zigarettchen in Bernds Küche beginnen konnten. Jede Menge war wieder zu besprechen. Das ganze Termingedöns hatten wir aber schnell erledigt: SPD-Parteitag in November klar (also meine Unterkunft wäre schonmal gesichert), mein Geburtstag nächstes Jahr klar, also ab zu Tantchen
.
Ein Dankeschön geht wieder mal an Bernds Nachbarn für die Zurverfügungstellung der Monatskarte, mit der wir in Richtung Maternistraße loszogen. Ziemlich verspätet, weil eben irgendwie “verquatscht”… Da meine Tante mich kennt, gab es zwar Holsten, aber kalt, also trinkbar
. Und Eierschecke!!!
Kaffee fiel also aus, Holsten mit Eierschecke geht durchaus auch.
Wir machten los in Richtung Heimat, hatten unsere Einkehrstation mit der “Wachstube” auch bereits ausgemacht. Tante Traudel bestand noch darauf, dass wir ihren Obulus gefälligst gebührend zu verkonsumieren hätten, was wir dann auch in Form von fester und flüssiger Nahrung taten
.
Das “Kanonenbrot” (Wurstgulasch in knusprigem Brotmantel) sah toll aus und auch an meiner “Sachsenfreude” hatte ich eben diese: Kasseler mit Sauerkraut und Klößen…. leeeecker
. Ein “Radeberger Bitter” war der feine Abschluss des Essens und keineswegs ein Grund dafür, das stille Örtchen aufzusuchen.
Die Bierchen wollten raus und ich einfach mal die nette Zahlungsaufforderung bildlich festhalten. Angesichts der Nähe zum Stadion und des Großen Gartens ist sie nämlich gar nicht übertrieben, denn es kann durchaus zu “unkontrollierbarem” Toilettengebrauch durch “Nichtgäste” kommen und ist keine Ausnahme in Dresden, dass auch in diesen Bereichen bemüht ist, nicht unhöflich rüberzukommen Touristen gegenüber, die das Wort “Gastfreundschaft” ja vielleicht auch mal falsch interpretieren könnten. (Völlig blöde formuliert, aber ich wollte ja das Bild irgendwie unterbringen
)
Frühstück ist Arbeit
Es ist doch wohl ein für die geladenen Gäste dankbarer Wunsch eines Geburtstagskindes, wenn es schlicht und ergreifend Geld, Knete, Penunse, Mammon, Bares haben möchte für eine bestimmte Anschaffung, die ihm vorschwebt, oder? So war die Sachlage auch letztes Jahr bei Bernd, der sich eine Kaffeemaschine zusammenschenken lassen wollte
. Also so ein Gerät mit allem Komfort und zurück, so einen richtigen Automaten. Sowas, mit dem ein Junggeselle wie ich nix anfangen könnte, weil er sich seinen Kaffee lieber selber brüht – klar, auch mit Kaffeemaschine, aber doch so ein klassisches Teil mit Filter und bei dem man das Kaffeepulver und -wasser noch selber reinkippen muss…
Jaaaa, Bernds Argument, dass der Kaffee wirklich besser schmeckt, also das konnte ich nicht wirklich von der Hand weisen, aber so richtig überzeugt hat er mich auch nicht, was er auch gar nicht wirklich wollte
. “Da ist entweder immer was leer oder irgendwas voll, Du bist damit also richtig beschäftigt,” meinte er noch. Unsere beiden Frühstückskaffees packte das Maschinchen auch problemlos – inclusive Nachschlag der zweiten Tasse. Aber dann ging auch schon irgendwo ein rotes Lämpchen an. Die Ursache dessen war der noch nicht ganz leere Wassertank…
Autofahren und Navigationsgerät
Versagerin des Wochenendes war eindeutig meine Navigations-Tusnelda! Was hat mich die genervt… Ist ja alles ganz gut und schön mit der Stauumfahrung und so weiter. Und vielleicht habe ich auch irgendwas falsch oder zu “lasch” eingestellt, aber das war letztlich gar nix!
So stehe ich in einem Tunnel mit Baustelle. Tusnelda möchte gerade, dass ich “bitte wenden” soll, im nächsten Atemzug möge ich aber bitte “in 100 Metern rechts abfahren” von der Autobahn um in weiteren 200 Metern wieder “den linken Fahrspuren” und “der Autobahn weiter folgen” soll… Habe ich anfangs darüber noch geschmunzelt, so wurde das Teil nervig, denn es (oder “sie”?) vermieste mir auch allerbeste Autobahnbedingungen, indem sie mich hartnäckig auf Bundesstraßen abbiegen lassen wollte.
Diese “Navigation” zog sich durch meine ganze Osttour 2009, sofern das auf den Verkehr bezogen ist. Null Ahnung oder fehlendes Update, frage ich mich da selber. Aber das war gar nix. Wäre ich diesen Vorschlägen gefolgt… also prost Mahlzeit, sowas von danebenliegen kann ich auch selber, da brauche ich kein Navi
.



Sabine
via Website
22 Mai 2009