Über mich
Die Anfänge
Als ich am 1. November 1992 in die SPD, also auch in die Gocher SPD, eintrat hatte ich (endlich) eine “Hemmschwelle” überschritten. Schon mit Vereinseintritten habe ich mich immer äußerst schwer getan, aber in einen Polit-Verein? Das war ja für meine Begriffe wieder was ganz anderes und schwierigeres. Fragt mich nicht, warum, aber damit habe ich mich selber um schöne Unrkunden gebracht (und die Ehrung zur 10-jährigen Parteimitgliedschaft ist erst eingeführt worden, als ich elf Jahre dabei war :-( ).
Irgendwann hatten mich die beiden damaligen Gocher SPD-Stadträte Wolfgang Radant und “Rübi” soweit. “Bekommst auch ein Willy-Brandt-Buch”, hielt Wolfgang später auch Wort. Der Aufnahmeantrag wurde gestellt und unterschrieben an der Theke im Unteroffizierheim unserer Reichswaldkaserne (wir waren ja alle drei im Vorstand)
. 1992 war ich ja noch jung und frisch, heute bin ich nur noch “und”
. Es kam aber “meine” erste Mitgliederversammlung (ich glaube bei Litjes), ich war schon irgendwie nervös, denn dort sollte ich vorgestellt und mir “mein Willy” überreicht werden.
Die erste SPD-Mitgliederversammlung
Das war eine ordentliche Mitgliederversammlung. Also mit Vorstandsneuwahlen und Kassenprüfer und hastenichtgesehen. Neuland für mich das alles, der ich damals höchstens mal im Vorstand der Volleyballer des Hülser SV und der Briefmarkenfreunde Willich (da auch noch Jugendgruppenleiter übrigens
) war. Nicht abgesprochen war allerdings, dass ich vom Vorstand als einer der Kassenprüfer vorgeschlagen werden würde. “Nobbi ist als Rechnungsführer geradezu dafür prädestiniert.” So ähnlich klang das, meine ich… Und musste mich natürlich vorstellen (macht “tierisch” Spaß, wenn man den größten Teil der Leute drumrum nicht kennt und die Parteigepflogenheiten natürlich auch nicht).
Und was war? Klar. Gewählt. Nach dem Motto, wenn “die das sagen” und “Rechnungsführer? Klar.” Ich und Kassenprüfer. Null Ahnung von den Abläufen. Und dann kam die erste Kassenprüfung bei Evelyn, unserer Kassiererin
. Nix, aber überhaupt nix, auszusetzen an der Kassenführung und ein lecker Tässchen Kaffee bei reichlich Plausch – Kassenprüfer? Mache ich seeehr gerne wieder
. Zwei Jahre hatte ich dieses Ehrenamt inne, dann durfte ich ja satzungsgemäß nicht mehr. Das war’s dann erstmal mit der “Parteikarriere”
.
Hätte ich die angestrebt, jou, dann wäre das sicherlich ein möglicher Einstieg gewesen. Aber wozu? Vorstandsposten waren bei künftigen Wahlen immer gut besetzt, auch die “Einstiegsämter”, also Beisitzer (das war und ist nie eine “Diskriminierung” gewesen, sondern wirklich die Gelegenheit zum Hineinschnuppern in die Kommunalpolitik). Ich hatte außerdem genug mit mir selber zu tun, also plätscherte meine Parteimitgliedschaft vor sich hin. Ich war ein typischer “Mitläufer”, wähnte mich schon “raus” und habe dennoch Solidarität erfahren, von der ich erst viel später erfahren hatte.
Klingt paradox, oder? Wieso bekam ich den Vorwärts noch? Wieso wird da nix abgebucht? Warum motzt keiner wegen der geplatzten Einzugsermächtigung? Ja, das war eine Zeit, in der – ohne ein Wort drüber zu verlieren (erwähne ich hier auch zum ersten und letzten Mal) – mein Mitgliedsbeitrag einfach vom Vorstand übernommen wurde. “Natürlich hatten wir Hintergedanken, denn natürlich wollten wir in Zukunft auf Dich zurückgreifen. Und? Wir haben doch Recht behalten
” war eine Erklärung.
Wahlsieg als aktiver Einstieg in die Kommunalpolitik – Orga-Team ’99
Im September 1998 sehe ich mich noch mit – ach, wie sich doch die Personen ähneln
– Evelyn und Detlef in unserem Bürgerbüro mit einer Flasche Sekt sitzen. Rot-Grün hatte die Bundestagswahl gewonnen und Gerhard Schröder wurde neuer Bundeskanzler. Und wir hatten jede Menge Schub für die Kommunalwahl 1999 bekommen. Nicht nur, aber auch an dem Abend.
Den Kommunalwahlkampf 1999 wollte die Gocher SPD anders “als sonst” organisieren. Es wurden Teams gebildet, die sich nach den jeweiligen Interessen zusammensetzten. Dem sogenannten “Orga-Team” gab ich mein Kreuzchen auf der internen Vorabfrage. Bärbel, Herbert und ich bildeten schließlich den “Stamm” dieses Teams, was vor allem für die Veranstaltungen rund um die Gocher Kommunal- und Bürgermeisterwahl 1999 zuständig war.
Man könnte ein Buch drüber schreiben, was damals abgegangen war! Und wir wissen heutzutage nicht mehr, wie wir das alles, was wir hinbekommen haben, hinbekommen haben… Wenn beispielsweise einer mitten in der Nacht, so um zwei Uhr, anruft, um Infos zu bekommen oder abzugeben, nur weil er selber diese unmögliche Zeit gar nicht mehr wahrnimmt, dann kann man vielleicht erahnen, was hinter den Kulissen los war. Aber alle haben mitgezogen, “abgerechnet” wurde dann hinterher
.
Bärbel, Herbert und ich waren Teil des sogenannten Orga-Teams, was vor allem für die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen zuständig sein sollte. Niemand, auch wir drei nicht, konnte ahnen, was sich daraus entwickeln würde, nämlich eine Wahlkampf, den die Gocher SPD so noch nie gesehen hatte. Wir drei trafen uns quasi ständig, um die einzelnen Aktionen zu besprechen und vorzubereiten oder auch Ideen aller Genossinnen und Genossen auf deren Durchführbarkeit abzuklopfen. So musste ein jeder damit rechnen, im Rahmen seines Vorschlages mit eingebunden zu werden
.
Sowohl unsere Bürgermeisterkandidatin Bettina als auch Vorstand und Fraktion ließen uns einfach machen – und machten alles mit, was wir wollten und benötigten, als klar war, dass “unser” Wahlkampfkonzept total aufgehen würde, denn Skepsis herrschte zu Beginn natürlich auch.
Der Wahlkampfauftakt mit einem Kinderfest vor unserem Bürgerbüro konnte als durchaus gelungen bezeichnet werden, aber altgediente Ratsmitglieder als Thekenpersonal bei einer Jugend-Disco? “Die lachen uns doch aus.” Diese “Themen”-Veranstaltung brach jedoch das Eis, denn sie wurde ein voller Erfolg. Allerdings gingen wir drei vom Orga-Team schon da auf dem Zahnfleisch… Das ist wieder eine Geschichte für sich.
Auch für die Senioren sollte eine eigene Veranstaltung her, und wir führten einen “Seniorentanztee” durch, der einfach nur schön war. Nun musste natürlich auch noch ein Fest für die ganze Familie her: Das Familienfest im Stadtpark bildete den Abschluss des Kommunalwahlkampfes. Wir drei vom Orga-Team hatten uns natürlich im Laufe der Zeit dermaßen aufeinander abgestimmt und Arbeitsteilung, dass diese wirkliche Großveranstaltung unser organisatorisches “Meisterstück” werden konnte.
Wir nutzten den Pavillon (die “Muschel”), hatten noch ein kleines Kinderspektakel nebenbei laufen und jede Menge Gruppen und Vereine auf der Bühne. Die Pfadfinder machten die Niers zu einer Attraktion, die durch deren Geschick brückenlos überquert werden konnte. Der Stadtpark glich wegen der vielen Stände und Buden, bei denen auch für allerlei leibliches Wohl gesorgt wurde, einer kleinen Kirmes. Das Bühnenprogramm war gespickt von hochklassigen Vorführungen und – was mir an dem Tag aber so richtig Sorgen machte – ging genau nach meiner minutiösen Planung über die Bühne.
Überhaupt war jede Veranstaltung genauestens geplant (einen vollen Ordner habe ich, damals ging das noch alles per Post bzw. Fax, nix Email und sowat
). Personal wurde von uns eingeteilt und hielt sich auch dran. Jede Veranstaltung hatten ihren eigenen Etat, mit Vor- und Nachkalkulation. Und das Beste war: Alles passte! Denn ausgerechnet mit einem großen finanziellen Posten hatten wir als Orga-Team nichts zu tun. Und der ging auch fast in die Hose, konnte der Gocher SPD zwar finanziell nix, aber ansonsten hätten wir diesen intensiven Kommunalwahlkampf tatsächlich mit einer schwarzen Null (die wurde dann, ach, was soll’s…) abgeschlossen.
Straßburger Gedanken
Ein sehr schönes Dankeschön bekamen Bärbel, Herbert und ich von unserer Gocher Partei, nämlich eine Fahrt zum Europaparlament nach Straßburg. Leider konnte Bärbel terminlich nicht, so dass Herbert und meinereiner diese wirklich tolle Reise mitmachten. Auf der Rückfahrt im Bus verfassten wir beide – es war klar, dass wir als Orga-Team weitermachen sollten – ein paar Punkte für die kommende Zeit ohne Wahlkämpfe. Wir nannten das Papier “Straßburger Gedanken” und legten es dem Vorstand vor, dem wir damals (noch) nicht angehörten.
Gelobt, gelocht und abgeheftet – so war unser subjektiver Eindruck. Das ist jetzt zehn Jahre her. Einige Dinge sind dann doch irgendwie so gemacht worden, bei anderen ist absolut kein Umdenken zu provozieren
. Herbert und ich nehmen das aber mittlerweile sportlich und verweisen immer mal wieder auf unsere “Straßburger Gedanken”, wenn Vorschläge kommen, die wir im Prinzip schon vor “Jahrzehnten” wollten
.
Noch mehr Wahlen und der erste Vorstandsposten
Es kam, wie es kommen musste. Turnusgemäße Vorstandsneuwahlen standen an. Mit einem für einen “Neuen” ganz brauchbaren Ergebnis wurde ich als Beisitzer gewählt. Zuständig natürlich vor allem erstmal für Wahlen, also auch die anstehende Landtagswahl 2000. Highlight: Tanz in den Mai im Gocher Kastell
.
Wahlkampf für Wolfgang Clement (jaaa jaaa
) als Ministerpräsident und Irene Möllenbeck für den Nord- und “Manni Dammi” Prof. Dr. Manfred Dammeier für den Südkreis Kleve, der auch einen Teil nach Goch hineinragte. Das war ein richtig schöner Wahlkampf und ich sammelte im Prinzip erste konkrete Erfahrungen mit der lokalen Presse.
Der Beisitzer und das Internet
Das Internet wurde immer “öfter”, ich hatte dort bereits mächtig “Blut geleckt” und mich hie und da an einige Dinge gewagt, die für mich auch völlig neu waren. Heute würde ich mich selber für die eine oder andere Blauäugigkeit aber mächtig ohrfeigen, aber man lernt ja dazu…
“Wir müssen eine eigene Homepage haben, mit allem drum und dran.” “Ja, dann mache doch mal.” war so eine Art Vorstandsbeschluss
. Im September 2000 (bin mir nicht ganz sicher) war www.spd-goch.de eine der ersten SPD-Homepages im Kreis Kleve. Damals schon recht ordentlich programmiert lief sie kurz danach bereits schon auf PHP-Basis und nicht mehr nur mit von mir zusammengesetzten HTML-Seiten. Vor allem Dank PC-Special hatten wir eine TOP-Seite im Netz. Die damals geknüpften Kontakte sind auch heute noch präsent im Kopfbanner, was mir mein Lieblings-Ösi Wolfgang “LÜ” gebaut hatte
.
Irgendwie kam ich auch in Kontakt zum Webmaster-Forum der NRWSPD. Dort gab es jede Menge Hilfe zur Selbsthilfe, aber auch jede Menge neuer Kontakte und Bekanntschaften, aus denen sich langsam Freundschaften entwickelten, die mittlerweile schon als fest verwachsen bezeichnet werden können
. Dort waren einige Webmaster mittlerweile so selbstbewusst, um sich nicht “von oben” auf der Nase herumtanzen zu lassen. Wir wollten einfach auch nur mal miteinander quatschen, ein entsprechender Forumsbereich war eines Tages aber nicht mehr erreichbar.
Vor allem fünf NRW-Webmaster waren darüber dermaßen stinkig, dass wir selbst nach der Wiederherstellung unserer “Quasselecke” das Vertrauen verloren hatten. In einer sonntäglichen Telefon”konferenz” beschlossen wir also, ein eigenes Forum aufzumachen. “Zur Not stampfen wir das eben wieder ein, dann haben wir eben für ein Jahr die Domainkosten am Hals.”
Die WebSozis – SPD Goch ist quasi Gründungsmitglied
Am 6. Januar 2002 starteten also die WebSozis. Auf die Domain einigten wir uns, wie gesagt, telefonisch, es konnte einfach mal so losgehen mit statischer Homepage und einem eigenen Forum.
Was daraus geworden ist, wir können es selber immer noch nicht so richtig glauben, wenn wir zurückblicken. Eigener Server, eigenes CMS und aus uns Fünfen sind mittlerweile fast 2.500 WebSozis geworden aus dem ganzen deutschsprachigen Raum
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Wird fortgesetzt
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Geschrieben von » Nobbi «


